Katamnese

Forschungsprojekt:

Katamnese der selbstverwalteten Suchthilfe SYNANON unter Berücksichtigung der Bildung sozialer Netze in Deutschland

Auftraggeber:   Bundesministerium für Gesundheit, Ref. Drogen und Sucht, Synanon
Wissenschaftliche Supervision:   Institut für Therapiefoschung, Dr. Gerhard Bühringer
Veröffentlicht in:   Frederic Fredersdorf; Sucht, Selbsthilfe und soziale Netzwerke; Neuland-Verlag 1997, ISBN: 3-87581-182-8

Ergebnisse

Synanon-Nutzer werden in desolater psychosozialer Verfassung aufgenommen
95,4% schätzen sich zu diesem Zeitpunkt als abhängig ein. 73,2% nahmen vor ihrem letzten Synanon-Aufenthalt bereits eine Suchthilfe in Anspruch. 70% sind bei der Aufnahme körperlich und seelisch am persönlichen Tiefpunkt angelangt. 60,8% waren vor Synanon nicht beruflich tätig. 41,8% hatten keine berufliche Ausbildung. 49,1% haben eine niedrige Schulbildung (Sonderschule/Hauptschule mit/ohne Abschluß), 32,7% eine mittlere (Realschule mit/ohne Abschluß). 32,7% lebten vor der Aufnahme in einer eigenen Wohnung, 11,1% obdachlos, 32,1% in diversen staatlichen Einrichtungen. 23,5% lebten zur Untermiete, in Wohngemeinschaften oder bei Angehörigen.

51,4% waren polytoxikoman, 24,6% drogen- und 23,9% alkoholabhängig. Durchschnittlich schätzten sich die Synanon-Nutzer bei Aufnahme als abhängig von 2,4 Suchtsubstanzen ein. 47,1% suchten den Aufenthalt bei Synanon, weil sie strafrechtlich verfolgt wurden oder „Therapie statt Strafe“ nach BtMG in Anspruch nahmen.

Synanon bietet den Bewohnern umfassende soziale Dienstleistungen
57% der Bewohner werden in Synanon rechtlich betreut, davon 86,4% in strafrechtlichen und 70,5% in finanziellen Angelegenheiten. 79% der Bewohner werden in Synanon gesundheitlich versorgt. Davon bekommen 64,5% ihre Zähne saniert. 27,4% der Bewohner konnten durch ihren Synanonaufenthalt ihre Schulden teilweise oder vollständig tilgen. Hochgerechnet entschuldet Synanon seine Bewohner um mindestens 1,4 Mio. DM pro Jahr. 22,2% der Bewohner nehmen in Synanon an einer Qualifizierungsmaßnahme zur beruflichen Eingliederung nach BSHG teil.

Soziale Integration und Substanzeinnahme sind miteinander verbunden
Stabilität in Beruf, Partnerschaft, Sozialkontakten und Wohnsituation korrelieren mit vermindertem Rückfall nach Auszug aus Synanon und mit erhöhter subjektiver Zufriedenheit. Berufliche Integration, stabile Sozialkontakte und stabile Wohnverhältnisse korrelieren mit verringerter Einnahme illegaler Substanzen, eine stabile Partnerschaft dagegen mit verringerter Alkoholeinnahme.

Die Dauer des Aufenthalts trägt zum suchttherapeutischen Erfolg bei
Je länger Süchtige bei Synanon bleiben, um so mehr habituelle Kompetenzen erwerben sie und um so besser ist ihr Zustand bei Auszug. Eine längere Verweildauer wirkt sich positiv aus auf die anschließende psychosoziale Stabilität (Beruf, Wohnsituation, Sozialkontakte), die Rückfallhäufigkeit und - besonders bei Polytoxikomanen - auf die Einnahmehäufigkeit bzw. Abstinenz von Alkohol.

70% der Personen, die eine Aufenthaltsdauer bei Synanon von 2-3 Jahren nachweisen können, sind dauerhaft ohne Suchtmittelkonsum geblieben.

Die vollständige, umfangreiche Katamnese können Sie bei uns bestellen. Wenn Sie daran interessiert sind, klicken Sie bitte hier.